Nennen wir es das Große Erwachen.
Heute setze ich die Segel für ein gewaltiges Projekt, ein Lebensprojekt, etwas, das Sinn stiften soll. Immer suchen wir Menschen nach Sinn, und so gut wie nie liegt er in dem, was wir mit dem Verstand erkennen können, aber trotzdem hören wir nicht auf zu suchen.
Hier ist meine Antwort: Ich will den Sonnenkreis der (westlichen) Kultur von Homer bis 2016 überblicken. Ich will die Worte der Alten wissen. Was sie geschrieben, gedacht, empfunden haben. Wie die Welt gewesen ist, in der sie sich bewegt haben, welche Höhen und Tiefen der conditio humana sie gesehen haben. Sprich: alles, alles, alles!
Dieses Vorhaben hat nichts mehr mit dem Studium zu tun. Mein Studium hilft mir dabei nicht weiter. Es ist nur das Feigenblatt  gesellschaftlicher Erwartungen, das ich ernster nehmen muss, ich gebe es zu, aber meinen intellektuellen (ist es intellektuell? es fühlt sich eher existenziell an) Durst nicht befriedigt.
Warum will ich dieses beruflich kaum verwertbare Wissen? Weil es unendlich  wichtiger ist als Beruf.

Wo also beginnen?

Keine schwere Frage. Bei chronologischem Vorgehen kann es nur einen Ort geben, an dem ich beginne: in der Antike. Dort, wo die Kultur der Menschen schon ganz am Anfang ihren unerreichten Höhepunkt erreicht hat, wie man noch Jahrtausende später fühlt. Atlantis ist ein Mythos, aber diesem Mythos liegt unser Bild der Antike zugrunde, in der die Menschen für mehr als das Materielle gelebt und sich Gedanken gemacht haben, über die wir bis heute nicht hinauskommen.

Und wie soll man beginnen? Mit wem? Mit einem einzelnen Autor? Das wäre dann wohl Homer. Akzeptieren wir den geheimnisvollen Dichter, der auch mehrere Personen gewesen sein könnte, als unseren Ausgangspunkt? Oder sollte ich zuerst über den historischen Kontext, die Farbe dieser Welt lesen?
Vielleicht beides gleichzeitig?

Nachdenken.

#KenneDeineWelt, ist das Tag und Hashtag, mit dem ich alle Beiträge kennzeichnen werde, die sich in dieses Projekt einreihen lassen.
Nennen wir es das Große Erwachen.

Übrigens werde ich hier auch weiterhin Gegenwartsliteratur lesen und beurteilen und schreiben, keine Sorge, der Blog verkommt nicht zu einem akademischen Nischenpferd.

Auf bald!