Ein Pizzabote erbt aus dem Nichts eine Billion Dollar aufgrund einer Prophezeiung seines Vorfahren. Dieser hat vor fünfhundert Jahren sein Vermögen investiert mit dem einzigen Zweck, dass es bis zu diesem Tag im Jahr 1995 groß genug werde. Sein Erbe soll damit der Menschheit ihre verlorene Zukunft wiedergeben.

Das ist die Startvoraussetzung des 900-Seiten-Wälzers von Andreas Eschbach, der teils Thriller, teils Gesellschaftsanalyse ist. Die Themen, die er verhandelt – Umweltzerstörung, Ungleichheit, Ungerechtigkeit des Geldsystems –, sind Themen, die um die Jahrtausendwende wichtig waren und jetzt mit Wucht zu uns zurückkehren.

Ich würde “Eine Billion Dollar” eher unter die Ideen-Romane reihen, in denen der einzelne Charakter nicht so wichtig ist wie das große Ganze. Man merkt Eschbach die intensive Recherche zum Roman an, er ist gespickt mit Details zum globalen Wirtschaftssystem, die einem dessen Abläufe unterhaltsam näherbringen und zugleich eine spannende Geschichte erzählen.  Die Figuren sind insgesamt eher einseitig und klar in Gut und Böse eingeteilt, aber das stört nicht wirklich, weil man als Leser ständig wissen will, wie es mit dem gewagten, monumentalen Gedankenexperiment weitergeht, das der Autor anstellt –  was würde geschehen, wenn ein einzelner Mensch doppelt so viel Geld besäße wie die größten Unternehmen und viele Staaten der Welt zusammen?

Findet es heraus.

Kaufen könnt ihr den Roman u.a. hier.